Hunderassen mit sehr kurzer Nase werden oft im Zusammenhang mit dem Thema Qualzucht genannt. Darunter auch der Mops. Obwohl er eine große Fangemeinde besitzt, gibt es auch KritikerInnen, die die Art und Weise, wie er heute häufig gezüchtet wird, stark kritisieren. Im Fokus steht dabei die Atmung. Glaubt man dem Internet und den sozialen Medien so sind Möpse entweder todkrank oder kerngesund, bekommen kaum Luft oder sind freiatmend. Meinungen werden als fundiert dargestellt, obwohl der Absender meist nicht über das nötige Fachwissen verfügt.

 
CT Aufnahme – Schädel seitlich (Sagital)

Es bedarf ausgewiesener Spezialisten aus Medizin und Genetik, um ein fundiertes“Bild“ der Gesundheit einer Rasse oder eines einzelnen Hundes zu zeichnen. Die Expertise von Fachtierärzten die Hunderte, wenn nicht Tausende solcher Hunde gesehen und untersucht haben ist unverzichtbar. Ärzte die international mit führenden Spezialisten auf ihrem Fachgebiet vernetzt sind.

Wer die komplexen funktionalen Abläufe der Atmung eines Hundes kennt muss schnell zu dem Schluss kommen, dass Aussagen über freiatmende Möpse, die nicht auf Untersuchungen von Spezialisten basieren, wenig bis keine Aussagekraft besitzen. Daher Augen auf beim Welpenkauf. Prüfen sie als angehender Welpenkäufer wer die Elterntiere wie untersucht hat.

 

CT Aufnahme – Schädel Querschnitt (Transversal)

Die Ernüchterung stellt sich oftmals schon wenige Monate bis Jahre nach dem Welpenkauf ein. Häufig beginnend nach der Pupertät, meist im Alter von 1-2 Jahren sind die Atemprobleme voll ausgeprägt. Die Folge sind gesundheitliche Einschränkungen, mit denen der Mops seine zweite Lebenshälfte verbringen muss. Nicht selten sind kostspielige Operationen die Folge um das Leid zu lindern. 

Die Atemprobleme der kurznasigen Rassen bezeichnet man als „Brachycephales obstruktives Atemwegs Syndrom“ (BOAS). Dabei bedeutet „brachis“ „kurz“ und „cephalus“ „Kopf“. Von einem Syndrom spricht man, wenn durch die Ursache (Kurzköpfigkeit) weitere Symptome und gesundheitliche Probleme auftreten.

 

 

Aufnahme eines Ganzkörper-CTs

Die Brachycephalie bei den betroffenen Hunderassen ist das Ergebnis der Zuchtselektion der letzten Jahrzehnte. Der Rassestandard vieler Hunderassen folgt heute meist nicht mehr dem Ziel der Gesundheit oder gewisser charakterlicher Eigenschaften des Hundes. Im Vordergrund steht meist ein klar definiertes äußeres Erscheinungsbild. Ein Erscheinungsbild, das dem Menschen und letztlich dem Käufer gefallen soll. Die Folge sind die uns bekannten rassentypischen Erkrankungen. War der Mops vor 100 Jahren noch ein weniger gedrungener Hund mit längeren Beinen und einer deutlich längeren Nase, so ist sein heutiges Erscheinungsbild meist ein anderes.

Die Brachycephalie führt zu unterschiedlich ausgeprägten Atemproblemen und zieht weitere gesundheitliche Einschränkungen nach sich. Nicht nur die Nasenlöcher und das Gaumensegel sind mögliche Schwachstellen. Der Kehlkopf, die Luftröhre, die Nasenverschlussfalte, sowie die Nasenmuscheln spielen ebenso eine wichtige Rolle bei der Atmung. Man kommt also nicht umhin, in den Mops hineinzuschauen. Ohne ein CT und eine umfassende Endoskopie der Atemwege kann die Qualität der Atmung nicht korrekt beurteilt werden.

 

Endoskopie der Atemwege
Beim Hund findet ein Großteil der Thermoregulierung über die Nasenmuscheln in der Nase statt. Sie sind ein wahres Wunderwerk und können die einströmende Luft effektiv zur Kühlung des Organismus nutzen. Doch genau diese Nasenmuscheln haben sich nicht in dem Maße zurückgebildet, wie der Mensch durch die Zuchtselektion die Nase beim Mops verkürzt hat. In der Folge hat der Mops häufig zu viele und fehlgebildete Nasenmuscheln. Sie verengen die Luftwege und können aufgrund ihrer Fehlbildung der Thermoregulierung nur noch sehr eingeschränkt nachkommen. So läuft der Mops schon bei normaler Bewegung und bei Frühlingstemperaturen Gefahr zu überhitzen, oder in manchen Fällen gar einen Kollaps zu erleiden. Bestehen die Atemprobleme über viele Jahre hinweg, kommt es immer wieder zu Veränderungen am Kehlkopfknorpel bis hin zum Kehlkopfkollaps.

All dies verdeutlicht, dass ein paar halbherzige Zuchtuntersuchungen nicht ausreichen, um die Gesundheit des Mopses wirklich zu verbessern und die Zucht gewissenhaft zu steuern.

So sollten, auch wenn es kostspielig und aufwendig ist, ausnahmslos alle potentiellen Zuchthunde umfassend von ausgewiesenen Fachmedizinern untersucht werden. Genetische Untersuchungen auf Erberkrankungen, über die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, gehören ebenfalls zum Pflichtprogramm jeder gewissenhaften Zuchtuntersuchung. So wird verhindert, dass genetische Erkrankungen von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Wem die Gesundheit des Mopses wirklich am Herzen liegt, wird keine Kosten und Mühen scheuen, damit es diesen entzückenden Vierbeinern und seinen Nachkommen gesundheitlich gut geht. Man sollte einmal über den Umstand nachdenken, dass die Höhe der Kosten für eine umfassende Untersuchung von Spezialisten in der Regel geringer sind, wie der Preis den man für einen Welpen zahlt. Da muss die Frage erlaubt sein, ob solch eine umfassende Untersuchung wirklich einen zu hohen Aufwand darstellt? Schließlich geht es um die Gesundheit eines Lebewesens. Vermutlich sind es eher Bedenken und Ängste vor den Untersuchungsergebnissen die verhindern, dass sich mehr Mopsmenschen gewissenhaft mit der Gesundheit der Möpse auseinandersetzen. Ein grundlegendes Umdenken ist nötig, damit der Mops mit seinen Nachkommen in eine gesündere Zukunft blicken kann. Aus diesem Grund hat sich unser Verein gegründet und dafür kämpfen wir.