Als wir im Juni 2017 erfuhren, dass bei uns der langersehnte Hundewelpe einziehen wird, waren mein Mann und ich ausser uns vor Freude. Von diesem Tag an waren wir unwiderruflich mit dem «Virus» Murphy, so sollte unser neues Familienmitglied heissen, infiziert.

Für mich war es von Anfang klar den Hund mindestens einmal pro Woche mit ins Büro nehmen zu wollen und so fragte ich erst meine Chefin ob diese Möglichkeit denn bestünde. Zu meiner großen Freude erlaubte sie dies sofort und meinte sogar, sie würde sich glücklich schätzen, wenn der Kleine sie auch mal in ihrem Büro besuchen käme. Auch die Nachfragen bei meinen Kolleginnen und Kollegen, ob es denn für sie ok wäre wenn hier mal ein kleiner Racker durch die Gänge trippelt, wurden positiv beantwortet und so konnte mein Projekt «Murphy im Büro» starten. Anmerken will ich noch, dass ich mich für den Freitag als «Hund im Büro Tag» entschieden habe, da ich dann jeweils nur 5 ½ Stunden arbeite und die Kaffeepause dazu benutzen kann um mit dem Hund eine Gassirunde zu drehen.

Als erstes musste ich das Büro «ausbruchsicher» gestalten, wozu ich mich eines Treppenschutzgitters für Kinder bediente. Nun musste überlegt werden wo im Büro sein Schlafplatz eingerichtet wird und wo sein Wasser- und Futter-Napf platziert werden sollen. Ich entschied mich für ein kuscheliges, weich gepolstertes Bett und eine faltbare Hundehütte (die kann man auch gut auf Reisen mitnehmen) in die er sich auch mal komplett zurückziehen kann, wenn ihm die Besuche der Kolleginnen und Kollegen zu viel werden sollten. Als Futterstelle wählte ich eine ruhige Ecke, zu der nur Murphy und ich Zugang haben.      

Dann war es endlich soweit, Murphy begleitet mich zum ersten Mal ins Büro! Am frühen Morgen brechen wir also zur Bushaltestelle auf und wie wir in den Bus einsteigen, wird der Kleine auch schon von vielen Fahrgästen mit einem Lächeln begrüsst, denn mit seinen knappen 5 Monaten ist er bereits ein richtiger Charmeur. Im Büro angekommen wird er bereits freudig von meiner Kollegin begrüsst, ein guter Einstieg für ihn als auch für mich. Ausgiebig beschnuppert Murphy erst mal sein neues Reich und ist überwältigt von dem was es da alles zu riechen gibt. Nach und nach treffen sämtliche Kolleginnen und Kollegen ein und möchten dem Neuankömmling «Hallo» sagen, ihn streicheln und knuddeln so dass er schon bald reif für den ersten «Büroschlaf» ist. Hier lernt er auch, das meine Kolleginnen und ich nicht die Zeit haben immer mit ihm zu spielen. Um 13:00 Uhr machen wir beide Feierabend und verabschieden uns ins wohlverdiente Wochenende. Der erste Bürotag mit Murphy ist geschafft und wir sind beide stolz darauf, diesen ohne Probleme über die Bühne gebracht zu haben.

Dieses «erste Mal» ist bereits 14 Monate her und mittlerweile ist der Freitag als «Murphytag» zu einem geflügelten Wort geworden! Alle freuen sich auf Freitag und merken, wie das Arbeitsklima durch ihn viel entspannter und auch irgendwie etwas Besonderes ist. Er hat mittlerweile seinen «Fanclub» und einige besonders liebe Kolleginnen freuen sich immer sehr darauf, ihm Leckerlis geben zu dürfen. Dies allerdings nur nach vorheriger Erlaubnis von mir und nie mehr wie drei Stück.

Worauf man aus meiner Sicht besonders achten sollte, wenn der eigene Hund mit ins Büro soll

Auch wenn man grundsätzlich die Erlaubnis besitzt, den Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen, sollte bei personellen Veränderungen oder Neueintritten immer der Kontakt zu den neuen Mitarbeitern/ innen aufgenommen und die Besonderheiten eines Hundes im Büro erklärt werden. Es ist dabei wichtig den direkten und persönlichen Dialog mit den Beteiligten zu suchen um etwaigen Missverständnissen oder Ängsten auf kompetente Art und Weise begegnen zu können. Zudem ist es unabdingbar, dass man bei jedem Erstkontakt zwischen Mitarbeitern und Hund dabei ist.

Man muss sich auch bewusst sein, dass der Hund im Büro die eigene Konzentration und Aufsicht erfordert.

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Ein großer Vorteil ist es, wenn der Hund durch seinen Besitzer bereits vor dem ersten Bürotag gelernt hat in eine Ruhephase zu kommen. Ich zum Beispiel habe ihm das Kommando «geh ins Bettchen» beigebracht. Dadurch weiss Murphy, dass er sich auf seinen Platz begeben und da bleiben soll. Die Umsetzung klappt so gut, dass ich inzwischen das Treppenschutz-Gitter entfernen konnte. So hat sich jetzt Murphys «Revier» vergrössert und er kann (darf) die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Büros auch mal besuchen, wenn er mag.

 

Hier eine kleine «Hund im Büro» Checkliste

1. Ist das Einverständnis des Vorgesetzten eingeholt?
2. Wurden auch die Kollegen/innen angefragt?
3. Sicherung des Büros prüfen (weglaufen)
4. Material zur Sicherung des Büros kaufen
5. Den Arbeitsplatz hundesicher gestalten (lose Kabel befestigen, Pflanzen umstellen, usw)
6. Einen geschützten Ruheplatz aussuchen
7. Liegeplatz und evtl. weitere Rückzugsmöglichkeit beschaffen und bereits vor dem 1. Tag im Büro platzieren
8. 1-2 Spielis von zu Hause mitnehmen und beim Liegeplatz deponieren
9. Ruhige Futterstelle auswählen, Futternäpfe kaufen und ebenfalls vor dem ersten Tag im Büro deponieren (die sollten auch im Büro bleiben)
10. Wichtig: Am ersten Tag auf dem Weg ins Büro viel Zeit einplanen!

Herzliche Grüße
Erika, Leo und Murphy