In meiner Jugendzeit hat mich stets, wenn ich meine Tante oder Oma im Sieger- oder Sauerland besucht habe, ein Boxer namens Ali begleitet. Wir hatten immer viel Spaß. Er musste, da ich auch Pferdenärrin war, immer wieder mit mir Pferdchen spielen und wir sind oft an der Bigge durch den Wald „galoppiert“. Bei diesem Freund brauchte sich keiner Sorgen machen, wenn wir allein im Wald unterwegs waren. 

Irgendwann mussten wir Ali dann gehen lassen. Aber die Erinnerung ist bis heute geblieben. Als meine Oma dann verstarb und meine Tante die Wohnung auflöste hing Ali´s Hundeleine noch immer an ihrem Platz an der Garderobe.          

Ich habe sie leise seufzend mitgenommen, immer in der stillen Hoffnung, dass an dieser Leine eines Tages mein eigener „Ali“ laufen wird. 

Beruflich voll eingespannt war es lange Zeit nicht möglich einen Hund bei uns einziehen zu lassen. Es fehlte einfach die Zeit. Aber ich suchte weiter nach einer Lösung, denn ein Garten und genug Platz war vorhanden.

An einem Abend 2014 knickte mein Lebensgefährte dann schließlich ein und sagte: „Okay, wenn Du so sehr willst, dann geh auf die Suche nach einem Hund!“ Ich hatte ihn endlich überzeugt und von da an gab ich keine Ruhe mehr und suchte intensiv nach einem Vierbeiner für uns. Nun musste nur noch meine mit uns im Haus lebende Tante davon überzeugt werden wie toll es wäre einen Hund im Haus zu haben.

Ich kaufte Bücher über Welpen, informierte mich über Rassen. Denn einen Boxer konnte ich meiner Tante mit knapp 70 Jahren nicht zumuten. 

Mir war auch wichtig, dass es ein robuster und aktiver Hund sein sollte

Über Hürden wie damals Ali musste er vielleicht nicht mehr springen können, denn aus dem Alter war ich mittlerweile auch raus. Also suchte ich im Internet nach einem Miniboxer. Irgendwann stieß ich auf Bilder die einem Boxerkopf doch irgendwie ähnelten. Es war ein Retromops. Ich schaute mir verschiedene Zuchten im Internet an und bin dann schließlich fündig geworden. Als ich dann die kleine Nele aus einem der Würfe sah stand mein Entschluss fest: Ich will einen Retromops. Ich telefonierte und ließ mich auf die Warteliste setzen. 

Meine Tante wurde von nun an mit Welpenfotos überhäuft. Ich glaube, sie hatte nie wirklich eine Wahl ja oder nein zu sagen. Ich hatte ihr mal aus einem Buch vorgelesen, dass wenn ein Welpe einzieht, man eine Wärmflasche mit einem Wecker ins Körbchen legen soll, damit er denkt, es wäre die Wärme und das Herzklopfen der fehlenden Geschwister. Zu Weihnachten bekam ich dann von ihr ein Geschenk überreicht. Es war ihr alter Reisewecker. Ihr könnt mir glauben, noch nie habe ich mich so über ein Weihnachtsgeschenk gefreut. 

In unserem Urlaub im Februar 2015 las ich dann, dass ein Welpe aus einem Wurf der Züchterin nach Eschweiler gezogen ist. Nach dem Urlaub rief ich die Besitzerin an und wollte mich über ihren Hund informieren. Sie sagte spontan am Telefon: „ Wenn ich bei Ihnen einen Kaffee bekomme, dann komme ich mit dem Hund vorbei.“ Ich war überglücklich. Sie besuchte uns am 21.03.2015. Es war ein wunderschöner Tag und wie das Schicksal es wollte, ist aus dieser Begegnung eine Freundschaft entstanden die bis heute anhält.

Mein über alles geliebter Piet!

 

Am gleichen Nachmittag, meine Besuch war noch da, rief mich plötzlich die Züchterin an. Sie sagte, dass ich einen Welpen haben könnte. Ein Junge, schwarz, mit einem weißen Fleck auf der Brust. Das war Schicksal und ich habe keine Sekunde gezögert und gleich zugesagt. So kam unser geliebter Piet zu uns und erfreut uns bis heute mit seinem Charme und seinem bezaubernden Wesen. 

Herzliche Grüße
Anja und Piet